Dieselskandal: KBA ordnet weitere Daimler-Rückrufe an

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat zwei weitere verpflichtende Daimler-Rückrufe angeordnet. Im ersten Rückruf vom 20. Juli 2020 geht es um das Modell Mercedes C 300 Hybrid der Baureihe 205 aus den Jahren 2013 bis 2016. Insgesamt sind 7235 Fahrzeuge betroffen, 896 davon in Deutschland.

Daimler-Rückrufe für C-Klasse

Der in den Diesel-Modellen verbaute Motor OM651 enthalte laut KBA eine unzulässige Abschalteinrichtung, die die Wirksamkeit der Emissionskontrollsystems reduziere. Mercedes-Fahrzeuge mit dem Motortyp OM651 waren in der Vergangenheit immer wieder von Rückrufen betroffen. Der OM651 kommt in fast allen Daimler-Baureihen mit Dieselmotor zum Einsatz.

Weitere Modelle betroffen

Nur wenige Tage zuvor, am 16. Juli 2020, hatte das KBA bereits den ersten der beiden aktuellen Daimler-Rückrufe wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen verordnet. Dieser betraf die Modelle Mercedes-Benz A-, B-Klasse mit Dieselmotor OM640 (Euro 5) und C-, E-, S-Klasse mit Dieselmotor OM651 (Euro 5). Konkret geht es um Fahrzeuge der Baujahre 2008 bis 2011. Wie wir bereits berichtet hatten, war Daimler erst kürzlich zum Rückruf von 170.000 Fahrzeugen aufgefordert worden. Der Druck auf den schwäbischen Automobilhersteller wächst also weiter.

Auch Daimler steckt knietief im Abgasskandal

Seit spätestens 2018 ist bekannt, dass der Dieselskandal neben VW, Porsche und Audi auch Daimler betrifft. Das Unternehmen hat unzulässige Software in seinen Diesel-Fahrzeugen verbaut, um die Abgaswerte auf dem Prüfstand niedrig zu halten. Bisher hat der Konzern alle Schuld von sich gewiesen. Daimler hält die in den Fahrzeugen verbaute Technik für zulässig, da sie vorrangig dem Motorschutz diene.

Software-Updates sind umstritten

Die vom Unternehmen angebotenen Software-Updates sollen die Mängel beseitigen, sind aber höchst umstritten. Kunden berichteten von erhöhtem Verbrauch, weniger Motorleistung und sogar Motorschäden nach dem Update. Wenn sich Mercedes-Fahrer gegen das Update entscheiden, drohen Fahrverbote und der Entzug der Betriebserlaubnis. Da das Software-Update kostenfrei aufgespielt wird, weigert sich Daimler, für etwaige Schäden zu haften.

Anwaltliche Hilfe bei Daimler-Rückrufen

Wir raten betroffenen Mercedes-Besitzern zu rechtlichen Maßnahmen, um gegen die Daimler AG vorzugehen. Immer mehr Oberlandesgerichte wie das OLG Köln, OLG Koblenz, OLG Karlsruhe und OLG Oldenburg stärken Verbraucherrechte und bewerten die Abgasmanipulation bei Daimler als vorsätzliche sittenwidrige Schädigung. Somit besteht eine ausreichende Erfolgswahrscheinlichkeit vor Gericht, sodass inzwischen fast alle Rechtsschutzversicherungen die Kosten übernehmen.

Wir stärken Ihre Rechte

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