Freiwilliger EA288 Rückruf durch VW: Konzern bittet zum Software-Update

VW bietet ein kostenloses Software-Updates für Fahrzeuge mit dem Dieselmotor des Typs EA288 an – ein weiterer Beleg dafür, dass auch dieser VW-Motor manipuliert ist. Nachdem der Abgasskandal am 5. Mai erstmals auf Ebene des Bundesgerichtshofs verhandelt wurde, geht der Abgasskandal so in eine weitere Runde.

Immer mehr Fahrzeughalter bekommen von VW unter dem Code 23AV ein kostenloses Software-Update angeboten. Dieser freiwillige “Rückruf EA288” geht an unter anderem an  Fahrzeughalter des VW Golf 7. Ziel des Updates ist es, den Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide zu reduzieren.

Sie vermuten, dass auch Ihr Fahrzeug manipuliert ist? Wir unterstützen Sie dabei, Ihr Recht auf Schadensersatz durchzusetzen.

Warum entscheidet sich die Volkswagen AG zu diesem Zeitpunkt zu einem freiwilligen Rückruf EA288?

Das Kraftfahrtbundesamt hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu verpflichtenden Rückrufen von Fahrzeugen mit eingebauten Dieselmotoren des Typs EA288 aufgerufen. Die Vermutung liegt nahe, dass Volkswagen präventiv durch freiwillige Rückrufe einer erneuten Klagewelle durch betroffene Verbraucher vorgreifen möchte.

Rückruf EA288 – Einbau illegaler Abschaltvorrichtung

Der Dieselmotor EA288 ist der Nachfolger des “Skandalmotors” EA 189, der seit 2015 im Mittelpunkt des VW-Abgasskandals steht. Der Einbau einer illegalen Abschaltvorrichtung wurde bei dem Vorgänger des Typs EA288 bereits vor Gericht festgestellt. Der Verdacht des Einbaus einer illegalen Abschaltvorrichtung  bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Typs EA 288 besteht bereits seit dem Jahre 2019.

Das Landgericht Regensburg hat in einem Urteil vom 06.02.2020 (Az. 73 O 1181/19) VW aufgrund einer vorliegenden Fahrzykluserkennung zu Schadensersatz verurteilt. Der Automobilhersteller habe durch die Manipulation des Motors eine vorsätzliche und sittenwidrige Schädigung begangen und vorsätzlich die Abschalteinrichtung entwickelt und diese in den Verkehr gebracht. Der Kläger hätte das betroffene Fahrzeug nicht gekauft, hätte er von der Manipulation durch die Volkswagen AG gewusst.

Inwiefern stellt die Fahrzykluserkennung eine Manipulation dar?

Durch eine Fahrzykluserkennung erkennt die Motor-Software, ob das Fahrzeug sich im normalen Straßenverkehr befindet oder in einem Prüfzustand. Die Abgasrückführung ist dabei an zwei verschiedene Betriebsmodi geknüpft. Im normalen Straßenverkehr ist eine vergleichsweise niedrige Abgasreinigung aktiv. Im Prüfzustand des Fahrzeuges ist eine höhere Abgasrückführungsrate erkenntlich. Die Folge: Im Prüfzustand des Fahrzeuges werden die Abgasrichtlinien der Europäischen Union zwar eingehalten, im normalen Straßenverkehr jedoch nicht. Der Ausstoß an die Gesundheit schädigenden Stickoxiden ist durch die niedrige Abgasbehandlung im realen Straßenverkehr sehr viel höher, als im Prüfzustand.

Sollten Sie dem freiwilligen Rückruf EA288 nachkommen?

Die Auswirkungen eines Software-Updates auf den Motor sind bis heute nicht vollständig geklärt. VW bestreitet Negativfolgen durch das Aufspielen eines Software-Updates. Es wurde jedoch von vielen  Betroffenen bereits über eben solche negativen Folgen berichtet. Ein höherer Kraftstoffverbrauch, das Wahrnehmen veränderter Motorengeräusche, eine geringere Leistung und die Möglichkeit einer deutlich schnelleren Verrußung des AGR-Filters scheinen Auswirkungen eines solchen Software-Updates zu sein.

Aus diesen Gründen raten wir Ihnen von der Durchführung eines solchen Software-Updates ab. Als Betroffener können Sie sich stattdessen überlegen, im Zuge einer Einzelklage gegen den Konzern vorzugehen. Die Gerichte haben im Abgasskandal bereits überwiegend verbraucherfreundlich geurteilt, Ihre Chancen stehen daher gut. Sollte infolge der Verhandlungen am 5. Mai 2020 auch der Bundesgerichtshof gegen VW urteilen, wird sich dies positiv auf die Verbraucherrechte in allen Individual-Klagen im Abgasskandal auswirken.

Machen Sie ihr Recht geltend!

Sind auch Sie Halter eines Kraftfahrzeuges mit einem Dieselmotor des Typs EA288? Vielleicht haben Sie sogar schon das Angebot für ein Software-Updates durch VW erhalten? Prüfen Sie ihren Anspruch auf Schadensersatz einfach auf unserer Website diesel-gate.com. Wir, die BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing, setzen uns mit Ihnen für Ihre Verbraucherrechte ein! Wir machen uns für Sie stark!