Dieselskandal: Ermittlungen gegen VW-Manager Pötsch ohne Verfahren eingestellt

Ein weiterer hoher VW-Manager muss kein Gerichtsverfahren befürchten: Die Ermittlungen wegen Marktmanipulation gegen den Chef der VW-Holding Porsche SE (PSE), Hans Dieter Pötsch, sind beendet. Laut spiegel.de wurde das Verfahren gegen Pötsch gegen Zahlung von 1,5 Millionen Euro im August 2020 eingestellt. Auch gegen Ex-Volkswagen-Chef Matthias Müller werde in diesem Zug nicht mehr ermittelt. 

Dieselaffäre den Anlegern zu spät mitgeteilt?

In dem Verfahren ging es um den Verdacht, dass das Unternehmen die finanziellen Konsequenzen der VW-Dieselaffäre für die PSE den Anlegern zu spät mitgeteilt hat. Laut des Spiegel-Berichts weist Porsche die Vorwürfe als unbegründet zurück. Die Holding ist die Hauptaktionärin von VW. Auch Matthias Müller hatte mehrere Jahre dem Vorstand angehört. Pötsch muss die 1,5 Millionen Euro nicht aus eigener Tasche zahlen, die Porsche SE übernimmt die Rechnung. So heißt es seitens des Stuttgarter Automobilherstellers: »Nach Einschätzung des Aufsichtsrats liegt die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Herrn Pötsch im Interesse des Unternehmens.« 

Ermittlungen eingestellt – warum Manager immer wieder davonkommen

Dass der Fall Pötsch so zu Ende geht, ist für Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing nicht überraschend. »Häufig enden Ermittlungen gegen Manager in Deutschland damit, dass sie oder das jeweilige Unternehmen ein millionenschweres Bußgeld zahlen müssen. Damit ist die Sache für die Betreffenden zwar vom Tisch, dennoch bleibt immer das ungute Gefühl, dass hier Dinge nicht aufgeklärt beziehungsweise einfach vertuscht werden, um größeren Schaden für das Unternehmen abzuwenden.« 

Bereits im Mai war Pötsch mit der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht Braunschweig übereingekommen, die Ermittlungen gegen ihn einzustellen. Damals war gegen Pötsch und den aktuellen VW-Chef Diess ermittelt worden, jedoch hatte man sich kurz vor Prozessbeginn einigen können. Damals übernahm der VW-Konzern das Bußgeld in Höhe von 9 Millionen Euro. 

Ermittlungen gegen Ex-VW-Chef Winterkorn laufen weiter

Gegen den früheren VW- und PSE-Vorstandschef Martin Winterkorn ermitteln die Stuttgarter Staatsanwälte jedoch weiter. Hier geht es vor allem darum zu ermitteln, zu welchem Zeitpunkt die Öffentlichkeit über den Diesel-Abgasskandal hätte informiert werden sollen. Die Aufdeckung nahm enormen Einfluss auf den Börsenkurs des Großunternehmens. Zudem wird gegen Winterkorn wegen schweren Betrugs und Untreue ermittelt. Die Manipulation der Motoren, also der Einbau unzulässiger Abschaltvorrichtungen, soll im Wissen des VW-Chefs erfolgt sein. Ob es letztendlich zu einem Gerichtsverfahren kommen wird oder ob auch das Verfahren gegen Winterkorn eingestellt wird, ist noch offen.  

Millionen von Dieselfahrzeugen manipuliert

Fest steht jedoch, dass Konzerne wie VW im Abgasskandal jahrelang massiv betrügen konnten und dass das gesamte Ausmaß heute noch nicht absehbar ist. Auch wenn es für einige Dieselbesitzer durch die BGH-Urteile vom Juli 2020 nun schwieriger wird, Ansprüche geltend zu machen, sind nach wie vor Millionen von Dieselfahrzeugen aller Art von Abgasmanipulationen betroffen. Außerdem stehen mittlerweile auch Benziner unter Verdacht, wie wir berichteten. 

Sind Sie vom Abgasskandal betroffen?

Es ist weiterhin möglich, Schadensersatzansprüche gegen Automobilhersteller geltend zu machen. Wir, die BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing, haben bereits über 10.000 Mandanten erfolgreich im Dieselskandal betreut. Auf www.diesel-gate.com können Sie bequem von zu Hause aus prüfen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. Wir beraten Sie zudem gerne in einem kostenlosen Erstgespräch. Melden Sie sich gern telefonisch unter 030/959 982 238. Wir machen uns für Sie stark!