Daimler im Dieselskandal: Gutachten belegt weitere Abgasmanipulation

Im Dieselskandal belegt ein neues Gutachten weitere illegale Abschalteinrichtungen bei Daimler-Dieselfahrzeugen. Laut Berichten von tagesschau.de und SPIEGEL.de ist es einem IT-Experten gelungen, die Motorsteuerungssoftware einer Mercedes-E-Klasse (Baujahr 2015, OM 642-Motor) auszulesen. Dabei soll der Sachverständige acht illegale Abschalteinrichtungen entdeckt haben, die offenbar die Abgasreinigung des Fahrzeugs reduzieren.

Dieselskandal-Gutachten zu Daimler

Bei dem Experten handelt es sich um Felix Domke, der im Dieselskandal bereits häufiger Untersuchungen durchgeführt hat. So hatte er beispielsweise 2015, kurz nach Bekanntwerden des Dieselskandals bei Volkswagen, offengelegt, wie VW bei seinen Dieselfahrzeugen die Abgaswerte manipulierte. Beauftragt wurde Domke von der US-amerikanischen Kanzlei Milberg, die weltweit geschädigte Daimler-Dieselkunden vertritt, weitere Unterstützung erhielt er von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Gutachten belegt: Daimler hat unterschiedliche Strategien eingesetzt

Mittels Testfahrten und Abgasmessungen sowie Daten aus der in den Motoren eingesetzten Software konnte der Sachverständige bei dem Mercedes-Benz E 350 BlueTEC 4MATIC nachweisen, dass Daimler unterschiedlicher Strategien einsetzt, um Abgaswerte manipulieren zu können. So können die betroffenen Fahrzeuge in einer Prüfstandsituation für Typgenehmigungen die gesetzlichen Schadstoff-Grenzwerte einhalten. Im echten Straßenverkehr jedoch stoßen die Dieselfahrzeuge teilweise weitaus mehr schädliche Stickoxide aus als gesetzlich erlaubt.

Gutachten könnte für Daimler im Dieselskandal zum großen Problem werden

Für die Daimler AG dürften diese neuen Erkenntnisse im Dieselskandal zum großen Problem werden. Bisher hatte der Konzern alle Manipulationsvorwürfe von sich gewiesen. Dennoch hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereits vor einigen Jahren festgestellt, dass es in Daimler-Dieseln illegale Abschalteinrichtungen gibt, und ab 2018 Rückrufe angeordnet. Daimler hält die beanstandeten Funktionen aber für zulässig und hat Widerspruch gegen die einzelnen Rückrufe eingelegt. Das KBA hat diesen Widerspruch inzwischen zurückgewiesen, woraufhin der Konzern Klage gegen die Rückrufe einlegte.

Dieselskandal-Gutachten erschwert Daimler die Argumentation zur Rechtmäßigkeit von Abschalteinrichtungen

»Durch das Gutachten wird es für Daimler nun extrem schwierig, die Gerichte von der Zulässigkeit der zahlreichen Abschalteinrichtungen zu überzeugen«, sagt Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing. »Das bedeutet, dass es für geschädigte Dieselfahrer nun wesentlich leichter werden dürfte, Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller geltend zu machen.«

Druck auf Daimler wächst

Der Druck auf den schwäbischen Autohersteller im Dieselskandal war in letzter Zeit wieder stark gestiegen. In den vergangenen Wochen ordnete das KBA weitere Rückrufe zur Beseitigung von illegalen Abschalteinrichtungen an. Betroffen von den Software-Updates sind Fahrzeuge der Modelle Sprinter (Herstellercode NC3II6515R), Vito und Viano (Herstellercode NC2II651R). Insgesamt sind 34 Modelle von Mercedes-Benz von Rückrufen durch das KBA betroffen. Ferner sieht sich der Konzern mit einer Musterfeststellungsklage konfrontiert, die im Juli 2021 vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf den Weg gebracht wurde.

Gute Chancen für geschädigte Daimler-Kunden

»Die Chancen für Mercedes-Benz-Dieselfahrer, Schadensersatzansprüche im Dieselskandal durchzusetzen, sind deutlich gestiegen«, sagt Rechtsanwalt Dreschhoff. »Deshalb sollten Daimler-Dieselfahrer unbedingt prüfen lassen, ob ihr Fahrzeug von den Abgasmanipulationen betroffen ist. Viele Autobesitzer wissen gar nicht, dass sie mit einem mangelbehafteten Fahrzeug herumfahren und Schadensersatzansprüche geltend machen können. Wir bieten allen Dieselfahrern die kostenfreie Möglichkeit zur Prüfung, ob sie gegen den Hersteller vorgehen können. Als Verbraucherkanzlei setzen wir uns dafür ein, dass der Dieselskandal vollumfänglich aufgearbeitet wird, und alle betrogenen Dieselfahrer entschädigt werden.«

Dieselskandal-Gutachten: Daimler-Dieselfahrer sollten jetzt handeln

Sind Sie auch vom Daimler-Dieselskandal betroffen und möchten Schadensersatzansprüche geltend machen? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing haben bereits über 15.000 Mandanten erfolgreich im Dieselskandal vertreten. Mit nur wenigen Klicks können Sie kostenfrei unter diesem Link überprüfen, ob ihr Fahrzeug vom Dieselskandal betroffen ist. Wir beraten Sie kostenfrei und jederzeit transparent zu Ihren Möglichkeiten und Erfolgsaussichten. Wir machen uns für Sie stark!