ARD-Doku über VW im Dieselskandal: Die Sache mit dem geläuterten Konzern

Zum Auftakt des Prozesses gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und vier weitere VW-Manager zeigte die ARD am 15.09.2021 eine Doku zum Thema Dieselskandal. Die Sendung mit dem Titel »Winterkorn und seine Ingenieure – was geschah wirklich beim Dieselskandal?« widmet sich der Entstehung und Aufdeckung sowie dem gewaltigen Ausmaß des wohl größten Verbraucherskandals aller Zeiten. Der Film macht aber auch deutlich, wie sehr VW um eine Image-Politur bemüht ist, aber offenbar immer noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Denn im Dieselskandal blockiert und mauert das Unternehmen weiterhin – zum Nachteil Hunderttausender geschädigter Kunden.

ARD Doku: VW Dieselskandal geht in die nächste Runde

Die Aufarbeitung des Dieselskandals dauert nunmehr sechs Jahre an und geht mit dem aktuellen Verfahren in Braunschweig in die nächste Runde. Die Richter sollen die strafrechtliche Verantwortung von Martin Winterkorn und vier VW-Führungskräften klären. Zu Letzteren gehören zwei leitende Ingenieure, ein früherer Motorenchef und ein früherer Vorstand. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug vor.

Die betroffenen VW-Dieselfahrzeuge wurden mithilfe einer Motorsoftware manipuliert, sodass die Pkw beim Prüfstandtest gesetzliche Schadstoffgrenzwerte einhalten. Auf der Straße jedoch stoßen sie ein Vielfaches der erlaubten Werte für schädliche Stickoxide aus. Der Skandal kam im September 2015 ans Licht, als die US-Umweltbehörde VW der Nichteinhaltung von Emissionsregeln beschuldigte.

VW Dieselskandal: ARD-Doku beleuchtet auch die interne Aufarbeitung

Seit Beginn des Dieselskandals hat der Konzern für die Diesel-Schummelei weltweit bereits knapp 32 Milliarden Euro an Schadensersatz und Bußgeldern zahlen müssen. Darüber hinaus wurde dem Konzern von der US-Justiz der Aufseher Larry Thompson aufgebrummt. Dieser kontrollierte drei Jahre lang die VW-interne Aufarbeitung von »Dieselgate«. Unter seiner Aufsicht und unter anderem in Zusammenarbeit mit der derzeitigen VW-Compliance-Vorständin Hiltrud Werner begann das Unternehmen mit der Verbesserung von Unternehmenskultur, Risikomanagement und Compliance. 2020 war Thompsons Arbeit beendet, sein Fazit: »Volkswagen ist heute ein besseres Unternehmen als vor drei Jahren.«

ARD-Doku: Image-Politur im VW-Dieselskandal

Seitdem gibt sich der Wolfsburger Autobauer in Sachen Dieselskandal als geläutert. Vor allem Hiltrud Werner wird nicht müde, medienwirksam zu verkünden, dass man aus der Krise gelernt habe. Dies zeigt sich auf der VW-Webseite, in Interviews, in ihrem eigenen Buch und auch in der ARD-Doku.  »Der Dieselskandal wird immer zur Geschichte von Volkswagen gehören«, sagt sie demütig in dem Film. Aber nun gebe es bei VW »eine neue Diskussionskultur, eine neue Fehlerkultur, eine neue Offenheit«.

Die neue »Offenheit« kommt bei VW-Dieselkunden nicht an

Davon ist bei den geschädigten VW-Kunden jedoch nicht viel zu spüren, weiß Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing. »Volkswagen präsentiert sich nicht nur in dieser ARD-Doku, sondern generell als rundum erneuertes Unternehmen und tut so, als sei der Dieselskandal Geschichte«, so Dreschhoff. »Es wird kein Wort mehr über die unzähligen geschädigten Kunden verloren, die weiterhin um Schadensersatz kämpfen. Nach wie vor fahren Tausende VW-Fahrzeuge auf deutschen Straßen, die viel mehr Schadstoffe auspusten als gesetzlich erlaubt.«

Nach wie vor im Fokus: EA288-Motor von VW

Im Mittelpunkt stehen nun vor allem die VW-Fahrzeuge mit EA288-Motor, bei denen der Konzern mit allen Mitteln versucht, weitere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. »Uns liegen VW-interne Dokumente sowie unabhängige Gutachten vor, dass auch beim EA288 die Abgaswerte manipuliert wurden«, sagt Dreschhoff. »Schließlich wurde dieser Motor entwickelt, bevor der Dieselskandal publik wurde – und in der ARD-Doku wird offen davon gesprochen, dass Abgasmanipulation damals bei fast allen Herstellern gang und gäbe gewesen sei. Aber in Sachen EA288 sowie auch bei anderen Motoren wie dem EA897 streitet der VW-Konzern nach wie vor alles ab und stellt sich bei der Aufklärung quer. Vor Gericht äußert man sich nicht zu der Notwendigkeit von Abschalteinrichtungen im Motor. Stattdessen nimmt man dafür sogar in Kauf, Prozesse zu verlieren. Darüber hinaus blockiert der Konzern die Herausgabe von wichtigen Unterlagen des Kraftfahrt-Bundesamts, und zwar mit prominenter Unterstützung durch Andreas Scheuer und das Bundesverkehrsministerium

ARD-Doku: VW-Dieselskandal ist noch nicht aufgearbeitet

»Aus unserer Sicht kann man also absolut nicht von einer neuen Offenheit sprechen«, so der Verbraucheranwalt. »Aber wir sehen eine Tendenz, dass die Gerichte sich von der Argumentation der Klägerseite immer mehr überzeugen lassen. So war es auch beim EA189-Motor der Fall, der den Dieselskandal seinerzeit ausgelöst hatte. Geschädigte VW-Dieselfahrer sollten also weiterhin ihr Recht geltend machen, um nicht auf mangelbehafteten Fahrzeugen sitzenzubleiben. Je länger sie warten, umso mehr schmilzt ihr Schadensersatzanspruch dahin, da die Gerichte ein Nutzungsentgelt anrechnen. Außerdem droht vielen Fahrzeugbesitzern zu Jahresende die Verjährung von Ansprüchen.«

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