Dieselskandal: Warum BMW bisher glimpflich davongekommen ist

Anzeigen gegen Fiat und Iveco: Dieselskandal jetzt auch bei Wohnmobilen?

Anzeigen gegen Fiat und Iveco: Offenbar weitet sich der Dieselskandal jetzt auch auf Wohnmobile aus. Nach einem Aufruf der Behörden haben Hunderte von Diesel-Kunden Anzeige gegen den Fahrzeughersteller Fiat Chrysler (FCA) erstattet. Seit einer Durchsuchung von Büroräumen des Konzerns im Juli 2020 steht FCA im Verdacht, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut zu haben. Laut eines Spiegel-Berichts sollen allein in Deutschland über 200.000 Fahrzeuge der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco betroffen sein.

Anzeigen gegen Fiat und Iveco: Wohnmobile zurzeit sehr beliebt

Dies ist besonders für Hobbycamper bedeutsam, da unter diesen 200.000 Fahrzeugen auch viele Wohnmobile sind. Seit der Coronazeit hat der Verkauf von Wohnmobilen kräftig angezogen. Durch die Pandemie können oder wollen viele Urlauber nicht mehr ins Ausland reisen und greifen deshalb verstärkt auf das Heim auf Rädern zurück. So konnten sich die Wohnmobilhersteller in diesem Jahr über steigende Verkaufszahlen freuen. Allein im Mai 2020 wurden 10.000 Wohnmobile neu angemeldet.

Aufruf von Behörden

Ende Juli 2020 hatten Ermittler Büroräume des Pkw- und Nutzfahrzeugherstellers in Deutschland, Italien und der Schweiz durchsucht. Betroffen von den Durchsuchungen waren der Sitz von FCA Deutschland in Frankfurt, Iveco in Ulm sowie Büroräume in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Die Ermittlungen richten sich gegen neun namentlich bekannte Beschuldigte in Italien. Die Koordination der Durchsuchungen übernahm die Behörde EUROJUST, die Agentur der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen.

Es besteht der Verdacht, dass die Abgaswerte bei Fahrzeugen der Marken Fiat, Jeep, Alfa Romeo und Iveco manipuliert wurden. Die Fahrzeuge sollen im Prüfmodus gesetzlich festgelegte Grenzwerte einhalten, im normalen Straßenverkehr jedoch nicht. Die Behörden hatten Käufer von Fahrzeugen mit möglicherweise manipulierten Motoren aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden und Verträge und Bescheinigungen vorzulegen.

Fahrzeuge von Fiat und Iveco sowie Jeep und Alfa Romeo betroffen

Die ermittelnden Behörden nannten konkret die Motoren der sogenannten »Family B« (1,3l Multijet, 1,6l Multijet und 2,0l Multijet) der Klassen Euro 5 und Euro 6, die in Fahrzeugen von Fiat, Jeep und Alfa Romeo verbaut wurden. Außerdem betrifft es die sogenannten »Light Duty/Heavy Duty«-Motoren (110 Multijet F1AE3481G, 115 Multijet 250A1000, 150 Multijet F1AE3481D und 180 Multijet F1CE3481E), die in Fahrzeugen von Fiat und Iveco verbaut wurden, also auch in zahlreichen Wohnmobilen.

Fahrverbote und Stilllegungen drohen

Seitens der ermittelnden Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hieß es: »Fahrzeuge mit einer derartigen Abschalteinrichtung sind auf dem gemeinsamen Markt nicht genehmigungsfähig, weswegen Kunden Fahrverbote oder Stilllegungen drohen. Insgesamt sind mehr als 200.000 Fahrzeuge im Bundesgebiet betroffen, darunter auch eine Vielzahl von Fahrzeugen mit Sonderaufbauten, z.B. Wohnmobile.«

FCA: Schon 2017 auffällige Abgaswerte

Es ist nicht das erste Mal, dass Fiat Chrysler im Fokus der Ermittler stand. Bereits im Jahr 2017 war das Unternehmen in die Schlagzeilen geraten, als die US-Umweltbehörde EPA auffällige Abgaswerte bei Fahrzeugen des Unternehmens festgestellt hatte. Daraufhin hatten amerikanische Behörden Klage gegen den italienisch-amerikanischen Konzern wegen Abgasbetrugs eingereicht. Fiat Chrysler hatte jegliche illegalen Praktiken abgestritten, aber schließlich einer Zahlung von etwa 700 Millionen US-Dollar zugestimmt, um den Streit zu beenden. Auch andere große Automobilhersteller wie VW oder Mercedes-Benz haben bereits hohe Bußgelder gezahlt, um teure Verfahren zu umgehen.

EuGH: Klagen gegen ausländische Unternehmen auch im eigenen Land möglich

Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Juli 2020 steht FCA auch in Europa immer mehr unter Druck. Die Richter hatten festgelegt, dass Geschädigte in der EU nicht unbedingt in dem Land, in dem der Hersteller seinen Hauptsitz hat, gegen ihn vor Gericht ziehen müssen (Az. C-343/19). Stattdessen können sie das Unternehmen im Land des Autokaufs auf Schadenersatz verklagen. Somit sind Klagen gegen Fiat Chrysler auch in Deutschland möglich. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing empfehlen jedem Wohnmobil-Besitzer, sich rechtlich beraten zu lassen.

Handeln Sie jetzt!

Sind Sie auch vom Dieselskandal betroffen und möchten Ihre Ansprüche prüfen? Dies können Sie unverbindlich und bequem von zu Hause aus unter www.diesel-gate.com tun. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing beraten Sie gerne. Das Erstgespräch ist für Sie kostenlos! Wir sind für Sie von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 030 / 22 01 23 80 erreichbar.