Abschalteinrichtung bei BMW

Abschalteinrichtung bei BMW?

BMW hat bislang wie die meisten Autohersteller fest behauptet, keine illegale Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen zu verwenden. Aufgrund von Messungen im Auftrag des ZDF Wirtschafts- und -Verbrauchermagazins WISO hat sich nun aber ergeben, dass das getestete Fahrzeug die Abgasrückführung unter bestimmten Bedingungen reduziert beziehungsweise sogar ganz abschaltet. Somit gibt es eindeutige Hinweise für eine Abschalteinrichtung bei BMW.

Abgasrückführung schaltet sich aus

Die Abgasrückführung soll herunterfahren, sobald die Drehzahl über 2.000 Umdrehungen pro Minute liegt. Ganz abschalten soll die Abgasrückführung sich dann, wenn die Drehzahl über 3.500 Umdrehungen pro Minute liegt oder das Drehmoment einen Wert über 200 Newton erreicht. Nachmessungen des TÜV Nord haben dies bestätigt.

Experten werten dies als illegale Abschalteinrichtung bei BMW

Experten – unter anderem von der Deutsche Umwelthilfe (DUH) – sind sich einig, dass dies als illegale Abschalteinrichtung zu werten ist. Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der DUH, sagte am Dienstag in Berlin: „Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr klare Indizien dafür, dass hier unzulässige Abschalteinrichtungen in der Motorsteuersoftware vorhanden sind.“ Noch im Herbst 2017 hatte BMW-Chef Harald Krüger auf der Automobilmesse IAA selbstsicher das Gegenteil verkündet, nämlich: „Es gibt keine Abschalteinrichtungen bei BMW“.

Triftige Begründungen von offizieller Seite fehlen

Das Kraftfahrt-Bundesamt will sich dazu inhaltlich derzeit nicht äußern. Des Weiteren äußerte BMW sich nur schriftlich und ohne eine triftige Begründung.
Sollte sich der Verdacht bestätigen, weitet sich der Dieselskandal auf einen weiteren deutschen Autohersteller aus. Bisher wird gegen VW, Porsche, Audi und Daimler ermittelt. Sie sollen jahrelang bei ihren Dieselfahrzeugen geschummelt haben. Eine Software sorgte demnach dafür, dass Grenzwerte für Abgase nur auf dem Prüfstand, nicht aber auf der Straße eingehalten werden. Der Skandal war Ende 2015 durch die US-Umweltbehörde aufgedeckt worden. Wieso die deutschen Behörden dem Einbau der verbotenen Abschalteinrichtung nicht auf die Schliche gekommen sind, ist noch nicht geklärt. Als Lösung bieten die meisten Autohersteller ein kostenloses Software-Update an. Welche technischen Auswirkungen dies hat, ist allerdings noch unklar.

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